Stehender Beifall für britischen Brass
auf purem Blech

konzert lässt kaum wünsche offen

Das Konzert der Brass Band Unterallgäu unter der Leitung von Michael Fischer und mit dem Solo-Tubisten Stefan Tischler sorgte in der ausverkauften Josef-Weikmann-Halle in Au für Begeisterung und stehenden Applaus. Rund 300 Besucher erlebten einen Abend voller britischer Brassmusik auf reinem Blech, der im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur im Schloss“ stattfand. Die Brass Band Unterallgäu hatte bereits durch ihre Mitwirkung beim „Symphonischen Hoagascht“ mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Sir Simon Rattle überregionale Bekanntheit erlangt. Nun präsentierte sie sich in Illertissen gemeinsam mit Stefan Tischler, dem Solo-Tubisten des BR-Orchesters.

Schon das Eröffnungsstück „Life Ablaze“ von Steven Ponsford entfachte die Begeisterung des Publikums. Rasante Passagen und choreografische Bewegungen der Trompeten sorgten für eine mitreißende Atmosphäre. Mit „What A Beautiful Name“ übernahm Tanja Dusel den Solopart am Flügelhorn und überzeugte mit weichen, ausdrucksstarken Klängen. In der Ballade „Guardian Of My Soul“ zeigte die Band ihre lyrische Seite.

Besonders im Mittelpunkt stand anschließend Stefan Tischler. Dirigent Michael Fischer stellte ihn augenzwinkernd vor und verwies dabei sogar auf die bunten Ringelsocken des Tubisten. Mit dem „Tuba Concerto“ von Philip Sparke demonstrierte Tischler eindrucksvoll die klangliche Vielfalt seines Instruments – von tiefen, warmen Tönen bis hin zu fast knarzenden Klangfarben. Die Band begleitete ihn dabei zurückhaltend, sodass sich die Aufmerksamkeit des Publikums ganz auf das virtuose Solospiel richtete.

Ein weiterer Höhepunkt war „Fnugg Blue“ von Oystein Baadsvik. Hier setzte Tischler ungewöhnliche Effekte wie Beatboxing ein und erzeugte gemeinsam mit der Brass Band eine faszinierende Mischung aus Stimme und Instrumentalklang. Das Publikum reagierte begeistert und unterstützte das Stück rhythmisch mit Klatschen.

Im zweiten Teil des Konzerts widmete sich die Brass Band Unterallgäu stärker traditionellen britischen Klangbildern. Mit den drei Sätzen aus „Hymn Of The Highlands“ entstanden eindrucksvolle musikalische Bilder der schottischen Highlands. In „Donegal Bay“ überzeugte Tobias Kustermann mit einem Euphonium-Solo, bevor mit „Lord Tullamore“ erneut irische Klangwelten aufgegriffen wurden.

Zum Abschluss erklang „Libertadores“ von Oscar Navarro in einem Arrangement von Michael Bach. Das Werk schildert musikalisch die Welt der indigenen Völker Amerikas und ihrer Befreier. Die Band zeigte dabei ihre ganze musikalische Bandbreite – von flirrenden, hohen Klängen bis hin zu triumphalen orchestralen Passagen. Zusätzliche Stimmeinsätze und Körperperkussion machten den Schluss des Konzerts besonders eindrucksvoll.

Die Brass Band Unterallgäu überzeugte das Publikum mit Leidenschaft, Energie und musikalischer Intensität und wurde dafür mit langanhaltendem Applaus und temperamentvollen Zugaben belohnt. 

(Text: Illertisser Zeitung, Regina Langhans)

Bilder: Foto Ebert, Vöhringen

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