Brass Band Unterallgäu unternimmt in Vöhringen eine hochkarätige Reise durch die Welt
Pressebericht der illertisser zeitung
Pressebericht der illertisser zeitung
(Ursula Katharina Balken; Illertisser Zeitung)
Vor einem Jahr gelang der BBUA um den Vöhringer Lehrer Dirigenten Michael Fischer ein großer Erfolg. Das Konzert in der Aula seiner Realschule ist besonders.
Blasmusik gestern und heute – dazwischen liegen Welten. Wurde diese Art der Musik Jahrzehnte lang eher dem Genre Unterhaltungsmusik zugeordnet, so hat sich das heute grundlegend geändert. Vereinskapellen spielen heute auf bewundernswert hohem Niveau. Die Brass Band Unterallgäu lässt sich nicht damit vergleichen. Im Gegensatz zu regionalen Musikkapellen, die eine lange Tradition haben, ist die BBUA ein Senkrechtstarter. Die Band ist gerade mal knapp 20 Jahre (Anmerkung der BBUA: es sind aktuell knapp 10 Jahre…) alt, gegründet von Michael Fischer, Lehrer an der Staatlichen Realschule Vöhringen. Dirigieren war sein Traum, den er schrittweise verwirklicht hat. Er scharte junge Musikerinnen und Musiker um sich, die die Liebe zur Musik vereint und die sich ein erstaunliches technisches Können angeeignet haben.
Im vergangenen Jahr gelang der BBUA ein besonderer Erfolg, als sie am Symphonischen Hoigascht des Bayerischen Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks teilnehmen durfte. Fischer wollte nicht irgendein Blasorchester, er strebte dem englischen Vorbild nach. Will heißen: Die Instrumentalbesetzung braucht Kornette, Flügelhörner, Baritone, Euphonien, Posaunen, Tuben und ein Schlagwerk mit Kesselpauken. Das jüngste Konzert in der Aula der Vöhringer Realschule stand unter dem Mottto „Rise – Friendship Forever.“ Der Dirigent machte das an der Komposition „Rise“ von Stijn Aartgeerts fest, in dem Kornett und Euphonium zu einem bezaubernden Dialog finden. Eine Ausdrucksform, die Fischer auf das Engagement des gesamten Orchesters bezieht.
Blasmusik in der Aula der Realschule Vöhringen
Die Ouvertüre „A London Ouverture“ von Altmeister Philip Sparke wurde zu einem lebendigen Auftakt. „Arabesque“ von Samuel R. Hozo wurde auf Fischers Wunsch hin passend für Blasmusik von Daniel Hiller arrangiert und wird zu einer Hommage an die eigenwillige Musik des Nahen Ostens. Fast lyrisch erklang das Solo für Horn „To make You feel My Love“ von Bob Dylan. „The Year Of The Dragon“ war äußerst kraftvoll angelegt, und bestach durch seine Forte-Schläge, aber vor allem durch die Virtuosität der Musiker in allen Registern. Es gehörte zu den Höhepunkten des Konzertes. Fischer schöpfte Passagen dynamisch aus. Von den Instrumentalisten wurde Virtuosität im Prestissimo verlangt, für die Kornette eine besondere Herausforderung. Und immer wieder war es der sonore Klang der fünf Tuben, die sich so harmonisch in die Musik einfügten, ohne allein schon durch ihre klangliche Kraft zu dominieren.
Mit „Lord Tullamore“ von Carl Wittrock öffnete sich das Landschaftsbild Irlands. Auch hier wieder ein Spagat zwischen der Leichtigkeit tänzerischer Melodien und kraftvollem Rhythmen. „Rise“ war das Duett von Kornett und Euphonium überschrieben, eine wunderschöne Melange aus dem kristallklaren Klang des Kornetts, der sich mit der warmen Klangfärbung des Euphoniums mischte. „Batman“ ist eine Filmmusik, in der sich die dunkle Atmosphäre mit den instrumental farbenreichen Passagen mischt. Schon ein bisschen symphonisches Erleben. Das Ende markierten Fischer und die Brass Band mit „El Camino Real“, ein Pilgerweg in Kalifornien, komponiert von Alfred Reed. Es mischte sich leichte spanische Musiktradition mit südamerikanischen Rhythmen.
Brass Band Unterallgäu präsentiert beeindruckendes Konzert
Die Spannung der Musik hielt die BBUA immer bis zum Schlussakkord, der meist in einem pointierte Forte ausklang. Fischer und die Musiker lieben das durch die Akustik der Aula bedingte hauchzarte Ausklingen. Doch das Publikum war so begeistert, dass es bisweilen in den ausgehauchten Schlussakkord hinein applaudierte. Es konnte nicht warten, bis das Pianissimo verklungen war. Das Konzert hinterließ Spuren, so wurden gleich zwei Zugaben erbeten. Die Zuhörerinnen und Zuhörer hielt es nicht auf den Sitzen. Applaudiert wurde im Stehen für ein Konzert, das Herz und Seele berührte, aber auch Bewundern erzeugte. Die Musiker nahmen teilweise lange Anfahrtswege in Kauf, denn Gemeinsamkeit ist für sie mehr als nur eine Floskel. Die Musik ist ihr Bindeglied.